Persons with disabilities are NOT excluded from ....

"the general education system on the basis of disability, and that children with disabilities are not excluded from free and compulsory primary education, or from secondary education, on the basis of disability"
Article 24 CONVENTION ON THE RIGHTS OF PERSONS WITH DISABILITIES

Die Inklusion in Europa braucht eine Europäische Inklusionspolitik!


Inklusion ist heute in Allermunde, aber was bedeutet das eigentlich?

Inklusion steht für den garantierten Zugang für Alle - ohne Ausnahme!

Während die Integration bestimmte Menschen oder gar Gruppen ausschließen kann, etwa weil deren Adaptierung angeblich zu „teuer" sei, gewährleistet die Inklusion, dass auch „teure Fälle" in die Gesellschaft aufgenommen werden, sodass auch sie optimal gefördert, entwickelt und sozial inkludiert werden, sodass auch sie ein glückliches und zufriedenes Leben führen können, ohne etwa die Ablehnung von lebensnotwendigen Adaptionen durch Politik und Administrationen empfinden zu müssen!

Inklusion ist ein Recht, dass die Behindertenbewegung sich Jahrzehnte lang hart erstreiten musste und dass in der UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN BRK) und der 5. EU Antidiskriminierungsrichtlinie für die Zivilgesellschaft niedergeschrieben worden ist. Die Konvention und die EU Richtlinie definieren die Adaptionen, die die Gesellschaft Menschen mit Behinderungen zur Verfügung stellen müssen, damit diese in ihrer Lebensführung nicht behindert werden!

Die Integration von Menschen konnte also den Ausschluss von Leistungen vorsehen; etwas Undenkbares bei der Inklusion: nicht nur „angemessenes" wird verfügbar gemacht, sondern darüber hinaus auch nötiges! – aus diesem Grunde wurden bisher Millionen Menschen in Europa und darüber hinaus nur unzureichend in die Gesellschaft integriert; diese Exkludierten werden nun unter Anwendung der beiden oben benannten Rechtswerke zukünftig auch inkludiert! Dies macht nicht nur sozial betrachtet Sinn, sondern auch wirtschaftlich gesehen, denn Exklusion (etwa die Unterbringung in Sonderschulen) ist WESENTLICH teurer als Inklusion (etwa Assistenzleistungen in Schulen für Alle Kinder), und dass vor allem wenn die durch Exklusion entstehenden Opportunitätskosten der Diskriminierung in die Rechnung mit einbezogen werden, zu denen auch die langfristigen Folgekosten unadaptierter Exklusion gehören (siehe: http://www.noexclusion.com/2011/03/was-kostet-diskriminierung-wirklich-no.html).

Inklusion stellt darüber hinaus in der Gesellschaft ein Zusammenhörigkeitsgefühl her, dass von unschätzbarem Wert für Alle ist!

Inklusion ist also ein „Instrument", dass für den Europäischen Integrationsprozess unverzichtbar ist, gerade jetzt wo die Europäische Union auseinanderzufallen droht, weil etwa annähernd 100 Millionen Menschen mit Behinderungen nicht so in die Europäische Gesellschaft inkludiert sind, wie es sein muss um auch ihnen die Grundfreiheiten der Europäischen Union zu geben: bis heute etwa warten Menschen mit Behinderungen auf einen gemeinsamen Europäischen Behindertenausweis der ihnen das Leben in der EU erheblich erleichtern würde, sie warten auf EU weiten Versicherungsschutz, der durch die EU Richtlinie gewährleistet wird, sie warten generell auf barrierefreie Zugänge zur „Europäischen Gesellschaft" und sie warten auf einen EU weiten Mindeststandard sozialer Absicherung!

Inklusion ist wichtiger denn je und das gerade in Zeiten separatistischer und diskriminierender Tendenzen in der Europäischen Gesellschaft, die die Gesellschaft zerspalten, statt sie zusammenzuführen und so sozial und wirtschaftlich betrachtet zu stärken! Exklusion gefährdet also den Zusammenhalt der Europäischen Union !

An dieser Fehlentwicklung der vergangenen zwei Jahre trägt die Deutsche Bundesregierung erhebliche Mitschuld, denn sie hat die entscheidende Richtlinie, die behinderte in der Europäischen Gesellschaft erst inkludieren würde im Europäischen Rat willkürlich blockiert und so erhebliche Unsicherheit auf den Kapitalmärkten zur zukünftigen Inklusion Europas geschürt! Das wiederum hat dazu geführt, dass Europa von den Märkten nicht mehr als stabile Einheit bewertet wird, sondern jedes Mitgliedsland einzeln mit den bekannten Folgen für Griechenland und andere, die die Gründung eines teuren Rettungsschirmes erforderlich gemacht hat um den Mangel and Inklusion (und Solidarität) teilweise wieder aufzufangen! Nicht bedacht hat die Bundesregierung darüber hinaus jedoch, dass die mit der gewollten Europäischen Schuldenunion zusammenhängenden Budgetkürzungen in einzelnen Mitgliedsländern zu zusätzlicher sozialer Exklusion führen und auf diese Weise das Ziel Europäischer Inklusion noch weiter verfehlt wird!

Kurzum: die Bundesregierung kommt trotz beschlossenen Rettungsschirmes und vieler anderer Maßnahmen nicht darum herum, die Inklusion von 100 Millionen Europäern durch Freigabe der EU Richtlinie herzustellen.

Je schneller sie dies tut desto billiger bleiben die Folgen dieser Fehlentscheidung vom Januar 2010 (als die Krise begann). Alles andere würde die Europäische Union über kurz oder lang auseinanderbrechen lassen, denn wie bei jeder Beziehung gilt auch hier: wer nichts sät wird auch nichts ernten!
16.02.2012


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