Persons with disabilities are NOT excluded from ....

"the general education system on the basis of disability, and that children with disabilities are not excluded from free and compulsory primary education, or from secondary education, on the basis of disability"
Article 24 CONVENTION ON THE RIGHTS OF PERSONS WITH DISABILITIES

Medizinisches vs. soziales Denkmodell am Beispiel der Exklusion durch die PID


von Kurt T. – 14.07.2011 - 15:23
Eines wird offenbar immer wieder übersehen: PID schafft und rettet Leben.PID ist eine Maßnahme für Eltern, die auf natürlichem Wege mit hoher Wahrscheinlichkeit keine gesunden Kinder zeugen können, die z.B. schon mehrere Fehlgeburten erleiden mussten. Zudem stellt sich die Frage: Warum soll die Selektion durch PID, bei der geschädigte Eizellen ausgesondert werden illegal sein, während die späte Selektion durch Abtreibung (bei behinderten Föten oft Spätabtreibung!) aber nicht?
Abtreibung ist ein viel hässlicheres und für alle Beteiligten belastenderes Verfahren als PID, wobei nur völlig unbewusste Zellcluster überprüft werden.
Wenn Menschen in jedem Entwicklungsstadium der gleiche Rechtsschutz zukäme, wäre bereits die Pille danach als Mord zu bewerten. Damit wären wir bei einer barbarischen Gesetzgebung, die an islamistisches Scharia-Recht erinnert.
Es ist daher gefährlich, den graduellen Prozess der Menschwerdung zu relativieren und werdendes menschliches Leben so zu behandeln als wäre es exakt equivalent zu vollständigen, bewusst-empfindsamen Menschen.
Es ist ein Allgemeinplatz, dass Menschen auch dann ein Überlebensinteresse zugeschrieben werden muss, wenn sie schlafen, komatös oder betäubt sind. Diese Annahme ist ein essenzieller Bestandteil unseres Gesellschaftsvertrags.
Ideologiekritischen Humanismus mit Genozid an religiösen Menschen zu verbinden, empfinde ich als Beleidigung. Alle prominenten Religionskritiker unserer Zeit setzen sich für die universellen Menschenrechte ein.


von Wasilios Katsioulis – 14.07.2011 - 16:30
Der "Denkfehler" bei der PID Debatte liegt darin, dass Menschen ohne Behinderungen glauben, dass Behinderung etwas ist was abzulehnen ist, das sehen Behinderte aber ganz anders, daher waere es auch wuenschenswert gewesen wenn in Zukunft Behinderte selbst statt Nichtbetroffene ueber ihre eigenen Interessen ("Behindertenpolitik") entscheiden und nicht wie heute Unbeteiligte!
Beste Gruesse und einen schoenen Tag egal behindert oder nicht ;-))


von Wasilios Katsioulis – 14.07.2011 - 20:09
Die, die die PID unmittelbar betrifft – Menschen mit Behinderungen sprechen sich eindeutig gegen sie aus; nebst Behindertenbeauftragte/ das ist wesentlich stichhaltiger als alles andere, denn bei der PID geht es schliesslich um nichts anderes als die Ablehnung von Behinderung. Uebrigens entspringen 95% der Behinderungen nicht aus Erberkrankungen, sondern anderen Faktoren.
Zum Nachlesen einigige Interessante Quellen:
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a) Behindertenbeauftragter der Bundesregierung:http://www.noexclusion.com​/2011/07/pressemitteilung-​des.html, b) Behindertenbeauftragte der SPD:http://www.kobinet-nachrichten.org​/cipp/kobinet/custom/pub/c​ontent,lang,1/oid,27123/ti​cket,g_a_s_t c) der Gruenen:http://www.kobinet-nachric​hten.org/cipp/kobinet/cust​om/pub/content,lang,1/oid,​27116/ticket,g_a_s_t, d) der Linken:http://www.kobinet-nachric​hten.org/cipp/kobinet/cust​om/pub/content,lang,1/oid,​27105/ticket,g_a_s_t/ Es haben sich also nur Nichtbetroffene fuer die PID stark gemacht!
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Article 10 UN CRPD: "Right to life – States Parties reaffirm that every human being has the inherent right to life and shall take all necessary measures to ensure its effective enjoyment by persons with disabilities on an equal basis with others."
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hier die Antraege der Parteien, die nur im Fall der Gruenen das Inklusionsgebot (=keine Exklusionen) beachtet haben: http://www.bundestag.de/do​kumente/textarchiv/2011/34​978430_kw27_vorschau/
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Die PID diskriminiert Menschen mit Behinderungen; Begriffserklaerung "indirekte Diskriminierung": "Eine indirekte Diskriminierung liegt vor, wenn eine scheinbar neutral gefasste Massnahme, d.h. von der Formulierung her keine verdächtigen Unterscheidungen trifft, in ihren tatsächlichen Auswirkungen aber Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie, Nationalität und Religion in qualitativer oder quantitativer Hinsicht besonders stark benachteiligen.

von Kurt T. – 14.07.2011 - 21:04
Manche PID-Gegner wie W. Katsioulis behandeln Behinderungen so, als ob es sich dabei um eine Ethnie handeln würde. PID soll Behinderte diskriminieren, weil dadurch (unsignifikant) weniger Behinderte geboren werden?
Behinderungen sind keine förderungswürdige Eigenschaften – sie sind letztlich genau wie Krankheiten ein Übel, das die Menschheit plagt und leiden lässt. Behinderte und kranke Menschen sind deswegen nicht weniger wert vor dem Gesetz.
Es ist für niemanden erstrebenswert, blind, taub oder verkrüppelt geboren zu werden. Dies sind Schädigungen, die das Leben viel schwieriger machen, als es ohnehin schon ist. Fernab der Zivilisation hätten Behinderte keine Überlebenschance. Innerhalb der Zivilisation werden Behinderte heute ganz und gleichberechtigt behandelt und mit größter Sorgfalt gefördert. Aber es gibt keinen vernünftigen Grund, Behinderungen, also Schädigungen, zu fördern, wie Schmidt-Salomon plausibel argumentiert hat.

von Wasilios Katsioulis – 14.07.2011 - 22:34
exakt solche Aussagen, die sie getroffen haben sind der Grund weshalb Behinderte die PID ablehnen @"Kurt T"; denken sie mal drueber nach was sie geschrieben haben !

von Kurt T. – 14.07.2011 - 23:29
Habe drüber nachgedacht. Habe keine Gegenargumente gesehen. Sieht hier wirklich niemand ein Problem damit, dass Behinderungen wie eine Ethnie behandelt werden, die man umbedingt schützen muss?
Für mich wäre eine äquivalente Logik, nichts gegen Krebs zu unternehmen, weil es sonst keine Krebskranken mit ihren individuellen Persönlichkeiten mehr geben würde. Ich würde mich freuen, wenn man mich aufklären würde, wo der logische Fehler in meiner Argumentation sein soll.

von Wasilios Katsioulis – 14.07.2011 - 23:50
Behinderung ist ein Merkmal eines Menschen, mit dem ca 80 Millionen Europaeer leben und keine Ethnie @Kurt T.
Eine Erkrankung ist im Guenstigsten Fall heilbar, sofern sie nicht bereits zur Behinderung geworden ist! Hiervon kann jeder und jederzeit betroffen werden!
Einen Menschen (!) aufgrund eines Merkmals abzulehnen auf das er selbst keinen Einfluss hat ist Diskriminierung @Kurt T. Diskriminierung fuehrt regelmaessig zu Nachteilen, die auf indirekter Diskriminierung basieren (zB das PID Gesetz)
Das PID Gesetz spaltet die Gesellschaft, weil es Merkmale diskriminiert auf die Menschen (!) keinen Einfluss haben also alle die sie als "Schädigung definieren" die "foerderungsunwuerdig" sei. Im Gegensatz zu Ihnen @Kurt T, halten sie diese Menschen selbst jedoch fuer foerderungswuerdig.
Unter diesen Umstaenden moechte ich sie doch bitten zu ueberdenken, ob so ein Gesetz dass indirekte Diskriminierung ausloest wirklich so sinnvoll fuer eine Gesellschaft ist deren Zusammenhalt gerade in einer Zeit wie wir sie gerade erleben von fundamentaler Wichtigkeit ist: ich bin ueberzeugt, dass dieses Gesetz die Gesellschaft spaltet und der beste Beweis ist unsere Diskussion, die wir gerade fuehren, die sich eruebrigen wuerde, wenn Menschen auch einmal lernen etwas als gottgegeben zu betrachten! ;-)

von Kurt T. – 15.07.2011 - 00:15
Wer lehnt denn einen Menschen aufgrund eines Merkmals ab? Niemand hier redet schlecht über behinderte Menschen. Man kann keine "Merkmale diskriminieren", nur gegen Menschen hetzten, die man aus irrationalen Gründen für minderwertig hält.
Alle Menschen brauchen Förderung aber behinderte Menschen brauchen spezielle Förderung, um mit ihren körperlichen oder mentalen Einschränkungen umzugehen. Es ist nun einmal objektiv eine Einschränkung, ohne Arme oder ohne Stimmbänder geboren zu sein.
Ich habe immernoch nicht verstanden, in wiefern PID "indirekte Diskriminierung" sein soll. Behinderungen sind weder Rasse, noch Ethnie, Religion oder Nationalität.
In wiefern ist es für existierende Behinderte diskriminierend, dass weniger Behinderte geboren werden? Welcher Behinderte wünscht sich, behindert zu sein? Welcher Behinderte wünscht seinen Kindern oder anderen Menschen, behindert zu sein?

von Wasilios Katsioulis – 15.07.2011 - 00:57
das was Sie, und die die sich fuer die PID stark machen von Menschen mit Behinderungen unterscheidet ist das Denken im sogenannten "medizinischen Modell", d.h. sie betrachten Behinderung als "objektive Einschraenkung"; da liegt auch der Knackpunkt und logische Fehler, denn ein Mensch mit Behinderung betrachtet seine Behinderung, als Teil seiner Identitaet und seines Lebens. Ein Mensch mit Behinderung denkt im "sozialen Modell", d.h. wie die von Ihnen als solche definierten "Einschraenkungen" (fragen sie mal einen Behinderten ob er das ueberhaupt so sieht) adaptiert werden muessen um "kompensiert" zu werden.
Wenn ein Mensch mit Behinderung gesellschaftlich gut adaptiert ist, empfindet er seine "Einschraenkung" nicht als solche: das koennen sie mir glauben!
Zu den Adaptionen eines Menschen mit Behinderung gehoert es selbstverstaendlich auch – wie bei jedem anderen auch – gesellschaftlich akzeptiert zu sein; dies fuehrt bei den eingangs erwaehnten 80 Millionen Behinderten zu Wohlbefinden. Die Einfuehrung der PID hat eine Stoerung des Wohlbefindens bei Menschen mit Behinderungen ausgeloest, weil Menschen wie Sie dies fortan tun nun von einem Tag auf den naechsten davon sprechen, dass bestimmte Behinderungen nicht mehr "foerderungswuerdig" seien weil es sich um einen "Schaden" und eine "Einschraenkung" handele, die nach Definition des PID Gesetzes als nicht erhaltenswert zu betrachten sei.
Die "Adaption gesellschaftliche Annerkennung" wird Behinderten durch das diskriminierende Gesetz PID entzogen, sodass direkte Diskriminierung ausgeloest wird (auch das Merkmal Behinderung wird grundsaetzlich vor Diskriminierung geschuetzt, zB EU Vertraegen, UN BRK)
Wenn die Gesellschaft also zur Inklusion kommen will, die Vorteile fuer Alle bedeutet, muss sie damit beginnen sich vom medizinischen Denkmodell ("Behinderung als Problem") zu loesen und sich auf das soziale Denkmodell zuzubewegen ("gut adaptierte Behinderung ist kein Problem"), denn Exklusion, dass hat die Geschichte immer wieder bewiesen, hat immer zu Unfrieden gefuehrt.
Schauen sie sich gerne einmal meinen Blog www.noexclusion.com an, dann werden sie etwas besser verstehen, weshalb es besser ist im sozialen Modell zu denken.
Niemand hat das Recht sich als Gott aufzuspielen und ueber Leben und Tod zu befinden; weder Eltern, noch Aerzte noch die Versicherungswirtschaft, die man wohl als "Foerderer" der PID betrachten duerfte.
Ich hoffe sie haben jetzt verstanden, weshalb anderen und mir daran gelegen ist, die PID 
schnellstmoeglich europaweit zu verbieten!


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