Persons with disabilities are NOT excluded from ....

"the general education system on the basis of disability, and that children with disabilities are not excluded from free and compulsory primary education, or from secondary education, on the basis of disability"
Article 24 CONVENTION ON THE RIGHTS OF PERSONS WITH DISABILITIES

Weshalb brauchen die Europäischen Institutionen viel mehr Mitarbeiter mit Behinderungen ?

Die Europäischen Institutionen sind seit Jahrzehnten der Garant Europäischer Zusammenarbeit auf allen Ebenen: ein gemeinsamer Wirtschaftsraum wird angestrebt, die Krise an den Finanzmarkten wird gemeinsam bewältigt, die Grenzkontrollen konnten bereits abgebaut werden, freier Kapitalverkehr und vielen mehr gehört zu den Errungenschaften aus den Standorten in Bruessel, Straßburg und Luxemburg. Die Wirtschaft und die Bürger in Europa haben durch diese Zusammenarbeit bereits viel gewonnen und das Ziel der Europäischen Einheit war schon sehr nah, bevor die Krise an den Finanzmärkten die Ruhe in Unruhe auf nationaler und Europäischer Ebene verwandelte.


Es gibt jedoch ein weiteres Problem neben der Finanzkrise, ein Problem, dass auf den Mangel Europäischer Inklusion hindeutet, nicht auf Länderebene, nein, dort haben sich die Regierungschefs in Europäischer Eintracht sinnvollerweise darauf geeinigt, sich gegenseitig zu unterstützen um die Probleme zu bewältigen und um dem Kapitalmarkt zu signalisieren, dass Europa zusammenhält wie eine große Familie !


Und dennoch ist diese Familie leider nicht perfekt, denn 80 Millionen Menschen mit Behinderungen sind nicht richtiger Bestandteil dieser gemeinsamen Familie. Eine Familie, die Familienmitglieder nicht richtig teilhaben laesst, weil sie nicht wie die anderen am Arbeits- und uebrigen Wirtschaftsleben und so auch sozial nicht vollumfaenglich teilhaben laesst, sprich nicht dieselben Zukunftschancen haben. Diese mangelnde Inklusion auf Personenebene ist genauso wichtig wie die nach aussen zur Schau gestellte Inklusion auf Laenderebene, denn Europa besteht aus Menschen, die zusammenhalten wollen! Wenn Teile exkludiert bleiben, weil sie nicht vollumfaenglich am gesellschaftlichen Leben Europas teilhaben koennen geht Europa nicht nur grosses soziales und wirtschaftliches Potential verloren auch der Zusammenhalt leidet hierrunter.


Die UN Konvention ueber die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN BRK) soll so wie diverse Antidiskriminierungsrichtlinien und die aktuell von der Bundesregierung im Europaeischen Rat blockierte 5. EU Antidiskriminierungsrichtlinie dafuer sorgen, dass Menschen mit Behinderungen die fuer sie notwendigen Adaptionen erhalten, die sie benoetigen um benachteiligungsfrei am Leben in Europa teilhaben zu koennen, sie umfasst Regelungen in allen Lebensbereichen (Arbeit, Bildung, Transport, soziale Sicherheit, Justiz und vieles mehr). In jedem Bereich werden Adaptionen physischer und nicht physischer Art gebraucht. Welche dies konkret sind muss in sog. Aktionsplaenen festgelegt werden.

Wegen der heute noch existierenden Exklusion behinderter Menschen sind diese bisher auch in einem wesentlich hoeheren Masse von Arbeitslosigkeit betroffen als die anderen Teile der Familie Europas! Das heisst auch, dass heute noch andere ueber die Behinderten zu gewaehrenden Adaptionen entscheiden und nicht Behinderte selbst.


Ist dies sinnvoll? Die Antwort lautet: nein! Denn Behinderte wissen, so wie andere „benachteiligte" Gruppen am besten, was sie brauchen um ihr Leben so zu gestalten, dass sie gut klar kommen und die selben Chancen erhalten! Der beste Beweis dafuer, dass dies so ist ergibt sich aus dem hohen Exklusionsgrad Behinderter in der Europaeischen Gesellschaft: andere und nicht sie selbst haben ueber sie hinweg entschieden ohne den exakten Bedarf zu „treffen".

Das ist auch nicht effizient, denn hohe Betraege werden in Adaptionen geleitet, die Menschen mit Behinderungen gar nicht fuer ihr Leben wuenschen, beispielhaft sei nur die Betreuung in Institutionen statt im heimischen Umfeld durch Assistenz zu nennen!


Die Europaeischen Institutionen schliesslich sind die verantwortlichen Instututionen fuer die Inklusion Europas. Damit diese zukuenftig auch fuer Behinderte (besser: Menschen mit Adaptionsbearf) realisiert werden kann ist es noetig mehr Menschen mit Behinderungen in den Institutionen einzustellen und hierzu sind finanzielle Mittel noetig, die die Adaptionen fuer diese Menschen sicherstellen, die gebraucht werden, damit sie am Arbeitsleben teilnehmen koennen.


Nur auf diese Weise kann auf Europaeischer Ebene sichergestellt werden, dass Aktionsplaene erstellt werden, die den tatsaechlichen Beduerfnissen der 80 Millionen Menschen mit Behinderungen entsprechen durch die Verfuegbarmachung aller in der UN BRK genannten Mindestadaptionen.  Diese Verantwortung lediglich auf Menschen zu belassen, die selber nicht von Behinderung betroffen sind und daher die alltaeglichen Barrieren gegen die Menschen mit Behinderung taeglich noch kaempfen muessen ist nicht effizient und fuehrt zu hohen Verlusten fuer die gesamte Gesellschaft Europas!


Die Europaeischen Institutionen tragen als Arbeitgeber fuer die 80 Millionen Europaeer mit Behinderungen daher eine ganz besondere Verantwortung, die sie bisher leider nicht ausreichend nachkommen, weil die Beschaeftigungsprogramme fuer Beamte mit Behinderungen sehr klein sind oder wie bei der Europaeischen Kommission gar nicht existieren!


Hoffentlich erkennen die Verantwortlichen bald, dass die Inklusion fuer die gesamte Gesellschaft wichtig ist und nur die effektive Beteiligung behinderter Arbeitnehmer eine echte Verbesserung des Inklusionsgrades mitbringen wird !

 

Der Autor Wasilios Katsioulis ist Mitarbeiter des Europäischen Parlamentes und Vorstandsmitglied bei ENIL (European Network for Independent Living)



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