Persons with disabilities are NOT excluded from ....

"the general education system on the basis of disability, and that children with disabilities are not excluded from free and compulsory primary education, or from secondary education, on the basis of disability"
Article 24 CONVENTION ON THE RIGHTS OF PERSONS WITH DISABILITIES

Gießener Anzeiger - Selbstbestimmtes Zentrum für Gießen

Selbstbestimmtes Zentrum für Gießen

22.06.2011 - GIESSEN

Verein soll lokale Struktur für Behinderte bieten, die ihr Leben organisieren und eigene Interessen vertreten wollen

(red). Eine Gruppe Gießener kam zu einem Initiativtreffen zusammen, um eine selbstbestimmte Struktur für Menschen mit Behinderung in Gießen zu gründen. Auf dem Treffen wurde die Gründung eines Vereins vereinbart. Der vorläufige Arbeitstitel des Vorvereins lautet: „Zentrum selbstbestimmtes Leben Gießen“. Das Zentrum soll eine neue noch nicht vorhandene lokale und regionale Struktur für Betroffene in und um Gießen bieten, um selbstbestimmt die eigenen Interessen zu vertreten und ihr eigenes Leben zu organisieren.

Vorbild für das Gießener Zentrum sollen Zentren etwa in Mainz, Köln oder Berlin sein. Die Grundsätze für solche Zentren liegen in der Geschichte der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung sowie der Krüppelbewegung in Deutschland.

Seit den siebziger Jahren entstanden Clubs und Zentren für Behinderte. Diese organisierten neben der Beratung von Betroffenen für Betroffene Assistenzen in vielen verschiedenen Bereichen, Eingliederungsmaßnahmen oder Unterstützung bei der eigenen Lebensführung im privaten Bereich.

Die Hauptaufgabe der Initiative ist es jetzt, Menschen anzusprechen, die mithelfen wollen, ein solches Zentrum zu gründen. Wichtigste Basis für Kontakt und Information wird die Homepage www.zsl-giessen.de sein.

Daneben können Interessierte unter busam@zsl-giessen.de Informationen bestellen. Die Initiative wird organisatorisch unterstützt durch den Arbeitskreis Disability Studies. Der Arbeitskreis, gebildet von Studierenden, wird getragen durch den AStA der JLU Gießen. Der Arbeitskreis verfolgt mit der Initiative das grundsätzliche Ziel, Behinderung als Thema in die allgemeine Debatte vor Ort zu bringen und damit stärker die Verantwortung der lokalen und regionalen Gesellschaft zu fordern. „In vielen Sonntagsreden wird jetzt von der Behindertenrechtskonvention als Meilenstein gesprochen. Jetzt wird es darauf ankommen, wie wir als Betroffene von der Mehrheitsgesellschaft tatsächlich behandelt werden. Fraglich bleibt, ob die Verantwortlichen tatsächliche Inklusion und damit unserem Leitsatz ,Nicht über uns - ohne uns´ akzeptieren und danach handeln“, erklärt Alexander Busam, Leiter des Arbeitskreises Disability Studies. Viel zu oft noch werden Betroffene von der tatsächlichen selbstbestimmten Teilhabe am Leben ausgeschlossen, auch in Stadt und Landkreis Gießen. „Briefe werden verschickt, Aufrufe getätigt, Informationen in die Öffentlichkeit gegeben. Wir werden auf uns aufmerksam machen und die Gesellschaft in Stadt und Landkreis fragen, wie wir zusammenarbeiten können“, erklärt Busam das Engagement in den nächsten Wochen. Hinsichtlich der Struktur selbst entschieden sich die Initiatoren für die Organisationsform eines eingetragenen Vereins. Dieser kann sich selbst durch Satzung und Regelungen eine Verfassung geben, bei der die Grundsätze der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung beachtet werden. Auch kann dieser Verein mit anderen Kooperationen eingehen. Die Gründung soll Ende September stattfinden. Dort soll neben Satzung und Vorstandswahl auch das Arbeitsprogramm für das Jahr 2012 diskutiert und beschlossen werden. Das nächste Vorbereitungstreffen findet statt am 25. Juli ab 19 Uhr im Café Giramondi in der Bahnhofstraße.

Gießener Anzeiger - Selbstbestimmtes Zentrum für Gießen

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