Persons with disabilities are NOT excluded from ....

"the general education system on the basis of disability, and that children with disabilities are not excluded from free and compulsory primary education, or from secondary education, on the basis of disability"
Article 24 CONVENTION ON THE RIGHTS OF PERSONS WITH DISABILITIES

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Aktionsplan Behinderte zeigen, wo's lang geht

Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier

Artikel vom 19.06.2011

100 Millionen Euro soll es geben, um Behinderte besser zu fördern. Doch der Aktionsplan der Bundesregierung ist eine Mogelpackung, die auch der UN-Konvention nicht gerecht wird. Dabei gibt es so gute Beispiele, wie Inklusion funktionieren kann.

Das Jenaer Uniklinikum ist groß und undurchsichtig. Dieses Farbleitsystem, das durch die langen Gänge führt, muss man erstmal verstehen. Doch zum Glück gibt es vier Menschen, denen ist es in Fleisch und Blut übergegangen. Seit drei Jahren empfangen sie die Besucher und führen sie zielsicher zur richtigen Station. Die vier sind körperlich und geistig behindert, auf dem Arbeitsmarkt sind sie eigentlich chancenlos. Doch statt isoliert und ausgegrenzt in einer Behindertenwerkstatt geparkt zu werden, haben sie hier im Klinikum eine echte Aufgabe.

«Mit ganz anderen Anforderungen und einem enorm gesteigerten Selbstbewusstsein», sagt Annelie Lohs, die beim Saalebetreuungswerk für die Kliniklotsen zuständig ist. Zwar gehören die vier formell noch zur Werkstatt, doch inzwischen hält Lohs einen fließenden Übergang in den Arbeitsmarkt für möglich. Die Besucher des Krankenhauses sind im dritten Jahr inzwischen über die Skepsis- und Überraschungsphase hinaus und gehen von sich aus auf die Lotsen zu.

Das ist Integration. Aber es ist mehr als das. Die verantwortungsvolle Aufgabe der Behinderten verändert den Blickwinkel der Besucher. «Eine Frau aus Erfurt ist kürzlich extra nochmal gekommen, um einen Blumenstrauß zu bringen. Sie war so beeindruckt, weil sie immer dachte, dass ein Rollstuhlfahrer hilfsbedürftig ist - aber nicht, dass er ihr helfen könnte», erzählt Lohs.

Was da in Jena passiert, ist ein leises Beispiel für Inklusion: Ein allmählicher Wandel der Perspektive, bei dem Anderssein nicht integriert wird, sondern von vornherein dazu gehört. Das hat Vorbildcharakter, findet Markus Schäfers vom Bundesverband Lebenshilfe und Redakteur der Zeitschrift Teilhabe. So könnte es überall sein. Sollte es eigentlich.

100 Millionen für den Arbeitsmarkt - das klingt mehr als es ist

Zwischen abgeschotteter Parallelwelt, Integration und Inklusion bewegt sich die Situation der Behinderten in Deutschland. Eigentlich gibt es klare Vorschriften von den Vereinten Nationen. Die UN-Konvention von 2008 verlangt von allen Beitrittsstaaten, Behinderten Chancengleichheit zu ermöglichen - und zwar durch soziale Inklusion.


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