Persons with disabilities are NOT excluded from ....

"the general education system on the basis of disability, and that children with disabilities are not excluded from free and compulsory primary education, or from secondary education, on the basis of disability"
Article 24 CONVENTION ON THE RIGHTS OF PERSONS WITH DISABILITIES

Schattenuebersetzung des Artikels 24 UN BRK

Artikel 24

Bildung

(1) Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein integratives inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen mit dem Ziel,

a) die menschlichen Möglichkeiten sowie das Bewusstsein der Würde und das Selbstwertgefühl des Menschen voll zur Entfaltung zu bringen und die Achtung vor den Menschenrechten, den Grundfreiheiten und der menschlichen Vielfalt zu stärken;

b) Menschen mit Behinderungen ihre Persönlichkeit, ihre Begabungen und ihre Kreativität sowie ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten voll zur Entfaltung bringen zu lassen;

c) Menschen mit Behinderungen zur wirklichen wirksamen Teilhabe an einer freien Gesellschaft zu befähigen.

(2) Bei der Verwirklichung dieses Rechts stellen die Vertragsstaaten sicher, dass

a) Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden und dass Kinder mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden;

b) Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen in der Gemeinschaft, in der sie leben, Zugang zu einem integrativen inklusiven, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben;

c) angemessene Vorkehrungen für die Bedürfnisse des Einzelnen getroffen werden;

d) Menschen mit Behinderungen innerhalb des allgemeinen Bildungssystems die notwendige Unterstützung geleistet wird, um ihre erfolgreiche wirksame Bildung zu erleichtern ermöglichen;

e) in Übereinstimmung mit dem Ziel der vollständigen IntegrationInklusion wirksame individuell angepasste Unterstützungsmaßnahmen in einem Umfeld, das die bestmögliche schulische und soziale Entwicklung gestattet, angeboten werden.

(3) Die Vertragsstaaten ermöglichen Menschen mit Behinderungen, lebenspraktische Fertigkeiten und soziale Kompetenzen zu erwerben, um ihre volle und gleichberechtigte Teilhabe an der Bildung und als Mitglieder der Gemeinschaft zu erleichtern fördern. Zu diesem Zweck ergreifen die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen; unter anderem

a) erleichtern fördern sie das Erlernen von Brailleschrift, alternativer Schrift, ergänzenden und alternativen Formen, Mitteln und Formaten der Kommunikation, den Erwerb von Orientierungs- und Mobilitätsfertigkeiten sowie die Unterstützung durch andere Menschen mit Behinderungen den peer support und das Mentoring;

berleichtern ermöglichen sie das Erlernen der Gebärdensprache und die Förderung der sprachlichen Identität der Gehörlosen gehörlosen Menschen;

c) stellen sie sicher, dass blinden, gehörlosen oder taubblinden Menschen, insbesondere Kindern, Bildung in den Sprachen und Kommunikationsformen und mit den Kommunikationsmitteln, die für den Einzelnen am besten geeignet sind, sowie in einem Umfeld vermittelt wird, das die bestmögliche schulische und soziale Entwicklung gestattet.

(4) Um zur Verwirklichung dieses Rechts beizutragen, treffen die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen zur Einstellung von Lehrkräften, einschließlich solcher mit Behinderungen, die in Gebärdensprache oder Brailleschrift ausgebildet sind, und zur Schulung von Fachkräften sowie Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen auf allen Ebenen des Bildungswesens. Diese Schulung schließt die Schärfung des Bewusstseins für Behinderungen und die Verwendung geeigneter ergänzender und alternativer Formen, Mittel und Formate der Kommunikation sowie pädagogische Verfahren und Materialien zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen ein.

(5) Die Vertragsstaaten stellen sicher, dass Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminierung und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner tertiärer Bildung Hochschulbildung, Berufsausbildung, Erwachsenenbildung und lebenslangem Lernen haben. Zu diesem Zweck stellen die Vertragsstaaten sicher, dass für Menschen mit Behinderungen angemessene Vorkehrungen getroffen werden.

Article 29 UN CRPD demands higher presence of persons with disabilities in political life

Article 29 UN CRPD
Participation in political and public life

States Parties shall guarantee to persons with disabilities political rights and the opportunity to enjoy them on an equal basis with others, and shall undertake to:

(a) Ensure that persons with disabilities can effectively and fully participate in political and public life on an equal basis with others, directly or through freely chosen representatives, including the right and opportunity for persons with disabilities to vote and be elected, inter alia, by:

(i) Ensuring that voting procedures, facilities and materials are appropriate, accessible and easy to understand and use;

(ii) Protecting the right of persons with disabilities to vote by secret ballot in elections and public referendums without intimidation, and to stand for elections, to effectively hold office and perform all public functions at all levels of government, facilitating the use of assistive and new technologies where appropriate;

(iii) Guaranteeing the free expression of the will of persons with disabilities as electors and to this end, where necessary, at their request, allowing assistance in voting by a person of their own choice;

(b) Promote actively an environment in which persons with disabilities can effectively and fully participate in the conduct of public affairs, without discrimination and on an equal basis with others, and encourage their participation in public affairs, including:

(i) Participation in non-governmental organizations and associations concerned with the public and political life of the country, and in the activities and administration of political parties;

(ii) Forming and joining organizations of persons with disabilities to represent persons with disabilities at international, national, regional and local levels.

Behinderte werden weiter von der Bundesregierung blockiert

Die Bundesregierung muss nach Ansicht des rheinland-pfälzischen Landesbehindertenbeauftragten Ottmar Miles-Paul endlich ihren Widerstand gegen die von der EU-Kommission vorgeschlagene und vom Europäischen Parlament und vielen EU-Mitgliedsstaaten unterstützte Antidiskriminierungsrichtlinie aufgeben. 

Während seines Besuches in Brüssel sei es Ottmar Miles-Paul noch einmal klar geworden, wie wichtig ein besserer Schutz behinderter Menschen vor Diskriminierungen ist und wie nötig klare Regelungen für die Barrierefreiheit von Dienstleistungen und Produkten sind. "Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Vereinheitlichung des Rechtsrahmens zum Schutz vor Diskriminierung auf europäischer Ebene ist wichtig, um die Gleichbehandlung in der Europäischen Union zu verbessern. Denn bisher scheitern behinderte Menschen immer noch viel zu oft an Barrieren, die ihnen den Zugang zu Geschäften, Arztpraxen und vielen anderen öffentlichen Dienstleistungen verwehren. Zudem kommen immer neue Produkte auf den Markt, die von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen nicht gleichberechtigt genutzt werden können", so der rheinland-pfälzische Landesbeauftragte. 

Wer sich gegen diese neue Antidiskriminierungsrichtlinie stelle, trage dazu bei, dass täglich neue Barrieren aufgebaut werden, dass behinderte Menschen nach wie vor oft außen vor bleiben und dass die Chance verpasst wird, "uns auf den demografischen Wandel in unserer Gesellschaft adäquat durch klare Regeln für barrierefreie Angebote und Wohnungen einzurichten", so Miles-Paul. Die Bundesregierung sei auf europäischer Ebene Hauptblockierer in Sachen Verbesserung des Diskriminierungsschutzes, was gerade aus Sicht behinderter Menschen überhaupt nicht zu verstehen sei. Für diese brächte die vorgeschlagene Richtlinie nämlich erhebliche Verbesserungen für den Zugang zu Dienstleistungen und Produkten. Aber auch für die Wirtschaft würde das nach Ansicht von Ottmar Miles-Paul einen klaren Rahmen für barrierefreie Dienstleistungen und Produkte bieten, an dem sich die Unternehmen auch international orientieren könnten. 

Der EU-Entwurf für die Richtlinie zielt auf das Verbot der Diskriminierung aus Gründen der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung auf Bereiche auch außerhalb des Arbeitsmarktes ab. "Ein wesentlicher Teil betrifft die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen und macht sich für angemessene Vorkehrungen stark, die einen diskriminierungsfreien Zugang zu Gütern und Dienstleistungen, zu Gesundheitsdiensten und Bildung gewährleisten", so Miles-Paul. Eine einheitliche Regelung auf europäischer Ebene sei ein wichtiger und sinnvoller Schritt, da er gleiche Standards zugunsten der Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in ganz Europa realisiere. 

Der Landtag von Rheinland-Pfalz hatte mit der Mehrheit der SPD-Abgeordneten bereits letztes Jahr einen die Richtlinie unterstützenden Beschluss gefasst, weil eben gerade behinderte Menschen massiv von Diskriminierungen betroffen sind.

Zuletzt meldete sich Familienministerin Schroedter mit folgendem Artikel zu Wort:

Die Europaeische Antidiskriminierungsrichtlinie liegt im Verantwortungsbereich des Bundesfamilienministeriums.

Es ist klar, dass ohne Antidiskriminierungsrichtlinie weder die Inklusion benachteiligter Gruppen in Europa gelingen kann, noch positive wirtschaftliche Inklusionseffekte greifen koennen; dies sollte der Bundesregierung mehr am Herzen liegen als ein fuer die Exportwirtschaft positiv wirkender schwacher Euro:



ABA/VB Methode bei Autismus: HTA-Bericht zu Autismus bei Kindern: Frühinterventionen können helfen

Eine frühzeitige verhaltens- oder fertigkeitenbasierte Behandlung autistischer Kinder scheint zentrale Symptome der Krankheit zu verbessern. Darauf lassen Studien schließen, die ein jetzt vom DIMDI veröffentlichter HTA (Health Technology Assessment)-Bericht bewertet. Die Therapie benötige dabei eine gewisse Intensität, so die Autoren. Um dafür ein erforderliches und sinnvolles Mindestmaß anzugeben, reiche jedoch die derzeitige Studienlage nicht aus.

Der HTA-Bericht untersucht auf Basis einer systematischen Literaturrecherche Wirksamkeit und Sicherheit bestimmter Frühinterventionen bei autistischen Kindern bis zu zwölf Jahren. Er bezieht sich auf speziell für diese Kinder entwickelte verhaltens- oder fertigkeitenbasierte Behandlungsformen. Die Autoren definieren diese als Therapien, die Verhalten, funktionelle Fertigkeiten oder den Entwicklungsprozess der Kinder verbessern sollen und dazu verhaltenstherapeutisch vorgehen oder spezifische Fertigkeiten trainieren. 

Für die im Bericht untersuchten Therapieformen existierten keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. Welche Frühintervention bei welchen Kindern mit Autismus am wirksamsten ist, sei derzeit nicht zu beantworten. Zur Kosten-Effektivität sowie ethischen und rechtlichen Gesichtspunkten konnten die Autoren keine geeigneten Publikationen identifizieren.

Studien unzureichend für klare Aussagen
Der Mangel an hochwertigen Untersuchungen ließe derzeit keine soliden Aussagen zu, so die Autoren des Berichts. Am wirksamsten erscheinen ihnen verhaltensanalytische Programme nach dem Lovaas-Modell (early intensive behavioural treatment/EIBT, applied behavioural analysis/ABA). Dies gelte vor allem, wenn sie klinikbasiert durchgeführt werden.

Vorschulkinder mit Autismus verbesserten durch verhaltensbasierte Interventionen mit einer Mindestintensität von 20 Stunden pro Woche beispielsweise Sprache, Sprachverständnis und Kommunikation. In den Studien mit den besten Ergebnissen beschleunigte sich die Entwicklungsrate bei bis zur Hälfte der Kinder deutlich. Eine frühe Behandlung könne die Kernsymptome des Autismus demnach erreichen, folgern die Autoren. Die Effekte fielen allerdings geringer aus, wenn weniger intensiv behandelt werde. Welche Mindestintensität erforderlich und sinnvoll sei, bleibe derzeit unklar. Auch seien keine verantwortlichen Wirkkomponenten auszumachen.

Familien unterstützen Frühinterventionsprogramme bei Autismus sollten die Eltern mit einbeziehen, fordern die Autoren. Sie erschienen am erfolgreichsten, wenn sie Familien Kompetenzen im Umgang mit den betroffenen Kindern vermittelten. So zeige sich, dass die Kommunikation der Kinder von einem Elterntraining mehr profitiere als von einer Routinebehandlung mit gemischten Therapieelementen. 

Aussagen zur Kosten-Effektivität früher Interventionen bei autistischen Kindern seien zwar aufgrund der mangelhaften Datenlage nicht möglich. Jedoch könnten effektive Therapieprogramme die Gesamtkosten des Autismus langfristig reduzieren, wenn eine später bessere soziale Anpassung die zunächst anfallenden hohen Kosten überkompensiere. Die Autoren halten weitere Studien möglichst im deutschen Gesundheitssystem für erforderlich, denn sowohl internationale klinische als auch gesundheitsökonomische Studien sind nur unzureichend auf Deutschland übertragbar.

Das autistische Syndrom Autistische Menschen benötigen oft ihr gesamtes Leben lang Unterstützung und Betreuung. Sie verhalten sich in unterschiedlichem Maß stereotyp und besitzen bestimmte Sonderinteressen. Wahrnehmung, emotionale Reaktionen, Sozialverhalten und Kommunikationsmuster sind beeinträchtigt. Auch unspezifische, tiefgreifende Entwicklungsstörungen werden beobachtet. 

Die wichtigsten Therapien bei Autismus erfolgen nicht-medikamentös. Verhaltensbasierte Frühinterventionen sollen die Entwicklung autistischer Kinder begünstigen, ihr Verhalten beeinflussen und familiäre sowie soziale Bindungen fördern. Ihre systematische Anwendung und Evaluation ist in Deutschland bisher selten.
 
An intensive verhaltensbasierte Frühinterventionen werden laut Autoren hohe Erwartungen geknüpft. Sie erwähnen US-Studien, in denen ein bedeutender Teil der Kinder ein Intelligenzniveau im Normbereich Gleichaltriger erreichte und normale Schulen besuchen konnte. Allerdings zeigten diese Arbeiten methodische Mängel und Selektionseffekte. Neuere Untersuchungen seien notwendig, um Hinweise zu erhalten, welche Frühinterventionen auch in Deutschland gefördert werden sollten.
Verfasst hat den Bericht eine Autorengruppe um Prof. Wolfgang Greiner (Universität Bielefeld) und Prof. Stefan Willich (Charité, Humboldt-Universität Berlin). Das DIMDI hatte die Autoren im Rahmen seines Programms zur Bewertung gesundheitsrelevanter Verfahren und Technologien damit beauftragt.

Verhaltens- und fertigkeitenbasierte Frühinterventionen bei Kindern mit Autismus (Stefan Weinmann, Christoph Schwarzbach, Matthias Begemann, Stephanie Roll, Christoph Vauth, Stefan N. Willich, Wolfgang Greiner)
 
HTA-Berichte bei DAHTA
Die HTA-Berichte sind in der DAHTA-Datenbank beim DIMDI bzw. im HTA-Journal bei German Medical Science (GMS) kostenfrei als Volltext abrufbar. Verschiedene Berichte sind außerdem in der Schriftenreihe HTA als Buchausgabe erschienen und im Buchhandel und im DIMDI Webshop zum Preis von je 20,00 EUR (zzgl. Versandkosten) erhältlich.

Helpdesk HTA, Tel.: +49 221 4724-525







W. http://www.noexclusion.com
W. http://www.disabilityright.com

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