Persons with disabilities are NOT excluded from ....

"the general education system on the basis of disability, and that children with disabilities are not excluded from free and compulsory primary education, or from secondary education, on the basis of disability"
Article 24 CONVENTION ON THE RIGHTS OF PERSONS WITH DISABILITIES

Pressemitteilung Beauftragter Hubert Hüppe, Bertelsmann-Stiftung, UNESCO-Kommission zur Verleihung Jakob-Muth-Preis

"Jakob Muth-Preis für inklusive Schule" geht nach Berlin, Borken und Flensburg

Deutsches Schulsystem liegt beim gemeinsamen Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern im internationalen Vergleich zurück


Berlin/ Bonn/ Gütersloh, 25. Oktober 2010. Der "Jakob Muth-Preis für inklusive Schule" wird am kommenden Donnerstag an die Heinrich-Zille-Grundschule in Berlin, die Montessori-Gesamtschule in Borken (NRW) und die Waldschule in Flensburg verliehen. Für ihren vorbildlichen gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern erhalten die drei Schulen jeweils ein Preisgeld von 3.000 Euro. Projektträger des zum zweiten Mal vergebenen Jakob Muth-Preises sind der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, die Deutsche UNESCO-Kommission und die Bertelsmann Stiftung.

Gemeinsames Lernen von behinderten und nicht behinderten Schülerinnen und Schülern ist in Deutschland noch immer die Ausnahme. Die Inklusionsquote, der Anteil von Kindern mit Förder¬bedarf, die eine Regelschule besuchen, ist hierzulande im internationalen Vergleich äußerst gering. Im Jahr 2008 lag die Quote bei bundesweit 18,3 Prozent. In Spanien, Italien oder den skandinavischen Ländern besuchen dagegen fast alle Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine allgemeine Schule. Unter den deutschen Bundesländern sind Schleswig-Holstein, Berlin und Bre¬men die Spitzenreiter.

Das deutsche Förderschulsystem erweist sich häufig als Sackgasse für die weitere Entwicklung behinderter Kinder. Fast drei Viertel der Förderschüler bleiben ohne berufsqualifizierenden Schul¬abschluss. Größeren Erfolg verspricht die "inklusive Schule", wie sie auch die seit Anfang 2009 für Deutschland verbindliche UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung fordert. Nach einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung gibt es in der deutschen Bevölke¬rung einen großen Rückhalt für Inklusion: 67 Prozent sprechen sich für gemeinsames Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern aus.

"Wer Inklusion will, sucht Wege, wer sie verhindern will, sucht Begründungen", sagt Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. "Die diesjährigen Ge¬winner des Jakob Muth-Preises und viele weitere Bewerberschulen haben inklusive Wege ge¬sucht. Sie sind gute Beispiele für andere Schulen, indem sie eindrucksvoll zeigen, wie eine Schule gestaltet werden kann, damit Kinder mit und ohne Behinderungen sie gemeinsam besuchen kön¬nen. Ihnen allen meinen herzlichen Glückwunsch."

"Inklusive Bildung weltweit ist ein zentrales Anliegen der UNESCO. Inklusion muss als übergrei¬fendes Prinzip sowohl die Bildungspolitik als auch die Bildungspraxis leiten", so Professor Chris¬toph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission. Inklusion erfordere, dass sich das Bildungssystem flexibel an die Bedürfnisse aller Kinder anpassen könne. "Um Bildungsgerechtig¬keit zu verwirklichen, muss unser Bildungssystem allen Kindern ermöglichen, in einem gemeinsa¬men Unterricht voll am schulischen Leben teilzuhaben. Dafür brauchen wir Vorbilder - wie unsere Preisträgerschulen - die zeigen, wie Inklusion lebendig gestaltet werden kann."

"Die Preisträgerschulen beweisen, dass Leistung und Gerechtigkeit im Bildungssystem keine Ge¬gensätze sind", betont Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. "Inklusive Schulen können herausragende Leistungen im kognitiven, künstlerischen und sozialen Bereich hervorbringen. Daher müssen wir das Veränderungstempo in Deutschland deutlich erhöhen und beim gemeinsamen Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern international Anschluss finden."

Der Preis ist benannt nach einem Vorkämpfer und Wegbereiter des gemeinsamen Lernens von behinderten und nicht behinderten Kindern, dem Pädagogen Jakob Muth (*30. Juni 1927; + 24. Juni 1993). Mit der Auszeichnung wollen die Projektträger positive Beispiele für gemeinsamen Unterricht bekannt machen und zur Nachahmung anregen. Insgesamt hatten sich 113 Schulen aller Schulformen aus ganz Deutschland für den Jakob Muth-Preis beworben. Die Preisverleihung findet am 28. Oktober 2010 um 12.00 Uhr in der Berliner Bertelsmann Repräsentanz, Unter den Linden 1, statt.


Rückfragen an:  Ulrich Kober, Bertelsmann Stiftung, Telefon: 0 52 41 / 81-81 598

Katja Römer, Deutsche UNESCO-Kommission, Telefon: 0 228 / 60 49717

Benedikt Bünker, Büro Beauftragter der Bundesregierung für die
Belange behinderter Menschen, Telefon: 0 30 / 18 52 72 723


Hintergrundinformationen und Kurzporträts der Siegerschulen finden Sie unter www.jakobmuthpreis.de.


W. http://www.noexclusion.com
W. http://www.disabilityright.com

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