Persons with disabilities are NOT excluded from ....

"the general education system on the basis of disability, and that children with disabilities are not excluded from free and compulsory primary education, or from secondary education, on the basis of disability"
Article 24 CONVENTION ON THE RIGHTS OF PERSONS WITH DISABILITIES

Petition "European School for All" zugelassen.

Der Petitionsausschuss des Europaeischen Parlamentes wird die Petition "A European School for All" behandeln, weil er die "Taetigkeiten der Europaeischen Union" betrifft, entsprechend werden "Untersuchungen eingeleitet". Nachdem  Lucas Katsioulis, bei dem Autismus diagnostiziert wurde, wegen seiner Behinderung von der Europaeischen Schule entlassen wurde, hat sein Vater ein Europaeisches Petitionsverfahren angestrengt, um fur die Zukunft zu erreichen, dass die Europaeische Schule eine Schule fuer Kinder mit und ohne Behinderung wird, und dort nicht nur Kinder mit Dyslexie oder ADHS aufgenommen werden, sondern auch Kinder mit anderen Lernbehinderungen. Bisher fuehrt der Ausschluss solcher Kinder zu erheblichen Benachteiligungen von Mitarbeitern der Europaeischen Institutionen, die oftmals nicht oder nur sehr schwer eine Alternative Beschulung organisieren koennen.
 
"Eine ´Schule fur Alle´ ist eine Verpflichtung, wie sie sich aus Artikel 24 der UN Konvention ueber die Rechte von Menschen mit Behinderungen" ergibt. Die mit dem Ausschluss verbundenen Benachteiligungen sollten gerade die Europaeische Schule in Bruessel veranlassen sich nicht von der Anforderung der Konvention auszunehmen." so Katsioulis.
 
Das Europaeische Parlament als Streiter fuer die Rechte von Menschen mit Behinderungen bekannt, hat dies auch mit seinem Beschluss vom 17.12.2009 deutlich gemacht, die Auszahlung von Budgetmitteln an den freien Zugang von behinderten Schuelern an die Europaeische Schule zu binden.
 
"Derzeit blockieren einzelne Mitgliedsstaaten den freien Zugang behinderter Kinder bei der Europaeischen Schule", so Katsioulis. Sollte es erforderlich sein, werde ich versuchen mit Petitionen auf nationaler Ebene diese Mitgliedslaender dazu zu bewegen ihre Blockadehaltung aufzugeben", so Katsioulis.

Gedanken einer Mutter

Ich mache mir so meine Gedanken wie wir Leben. Wir Eltern von Autisten leben
auf einer Insel. Vorher war diese steinig und öde. Ab und an schaute man zum
Festland rüber, es war weit weg.

Und nun ist diese Insel bewachsen, mit schönen Pflanzen, Tieren und Quellen.
Wenn ich nun zum Festland rüberschaue, ist der Abstand geringer, und ich
kann sogar ab und an dort hin. Es ist noch nicht regelmäßig aber es besteht
die Möglichkeit das ich evtl. dort hinziehen kann.

Das Leben mit unseren Kindern ist einfach, weil nur das Wesentliche zählt.
Wünsche und Ziele von uns sind ganz anders, als die der anderen. Es macht
unser Leben reich.

Dies alles kam mir in den Sinn, als ich las, wie weit J. schon ist. Das
Zusammensein mit unseren Kindern ist eine Quelle der Freude und es motiviert
weiter zu machen. Und ich freue mich das ich daran teilhaben darf.

Antje Plassmann

Pfaffmann (SPD): "Wir müssen die Förderschulen (fuer Alle) öffnen"

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1149758&kat=27

Prof. Dr. phil. Jutta Schöler, Erziehungswissenschaftlerin: Eine Schule für alle - Schluss mit der Sonderschule

Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung über integrative Bildung ergab: Das deutsche Förderschulsystem ist teuer, ineffektiv und ungerecht. Und: Behinderte sollten in normale Schulen integriert werden. Ist das »Das Ende der Förderschulen?« Unter dieser Fragestellung blickt die DIE WELT auf den Ist-Zustand unseres Schulsystems, bei dem Deutschland im internationalen Vergleich noch immer einen Sonderweg beschreitet: Anders als in Ländern wie Italien, Spanien oder Schweden ist es an deutschen allgemeinbildenden Schulen derzeit noch immer die Ausnahme, Kinder mit geistiger oder körperlicher Behinderung in die Klassen zu integrieren. Dabei kommt eine vom Duisburger Bildungsforscher Klaus Klemm erarbeitete Studie ebenfalls zu dem Schluss, dass Sonderschulen die Entwicklung behinderter Kinder hemmen. Auch Gastkommentatorin Jutta Schöler fordert schon seit Jahren »eine Schule für alle«. Die Erziehungswissenschaftlerin und Pädagogin ist überzeugt: von inklusiver Bildung profitieren alle.

Wir leben in Deutschland in einer ver-rückten Welt. Als »normal« gilt: Behinderte Kinder werden – oft gegen den Willen ihrer Eltern – durch Verwaltungsentscheidung in eine Sonderschule geschickt, von deren Vorteilen viele Menschen nicht überzeugt sind. Verletzen diese Eltern ihre Erziehungspflichten? – Nein! – Sie können sich bisher gegen derartige Entscheidungen nur mit sehr großem Aufwand, guten Nerven und Unterstützung durch einen Rechtsanwalt wehren.

Sobald bei einem Kind eine Lernschwierigkeit, eine Sinnesschädigung oder eine Behinderung diagnostiziert wird, beginnt die Aussonderung. In deutschen Schulen wird bisher in der Regel nicht nach der notwendigen Unterstützung für dieses Kind am Wohnort gesucht, sondern: Es wird weggeschickt: In zumeist gut ausgestattete »goldene Käfige«, die sich Sonderschule oder Förderzentrum nennen. Ich kann gut verstehen, wenn Eltern verunsichert werden: Soll ihr Kind auf die kleine Klasse mit sechs bis zehn Schülerinnen und Schülern und speziell ausge-bildeten Sonderpädagoginnen und -pädagogen, die Therapien verzichten?

Was oft vergessen wird: Mit der Entscheidung für den Sonderkindergarten oder die Sonderschule beginnt ein Sonderweg, ein Leben in einer »Schonraumfalle« aus der nur sehr wenige Kinder wieder herauskommen. Lange Schulwege isolieren die Kinder. Sie können sich nicht am Vormittag verabreden für das Spiel am Nachmittag oder am Wochenende. Sie trauen sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr auf den Spielplatz – weil sie dort niemanden kennen. Die anderen »ganz normalen« Kinder als Vorbild, Unterstützung und Partner kann kein Erwachsener – und sei er noch so gut ausgebildet – dem Kind mit den besonderen Lernproblemen ersetzen. Geschwisterkinder sind häufig überlastet, wenn sie für das Kind mit Behinderung die einzigen zuverlässigen Spielpartner sind.

Das muss nicht sein! Mit der Verabschiedung der UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen soll auch in Deutschland Realität werden, was in vielen anderen Staaten eine Selbstverständlichkeit ist: Alle Kinder lernen gemeinsam in einer Schule. Eine Klasse mit ca. 20 ganz »normalen« Kindern bietet für ein Kind mit einer Behinderung 20 Mal die Chance, eine Freundschaft in der Schule zu schließen und in der Freizeit weiter zu führen. Nicht die Kinder müssen zu den speziell ausgebildeten Lehrern gefahren werden, sondern: Die Sonderpädagoginnen und -pädagogen müssen in den Regelschulen die Kinder begleiten und dort im Unterricht mit allen anderen Lehrer/innen kooperieren. Viele Länder haben seit ca. 30 Jahren Erfahrungen gesammelt mit einem Schulsystem, wo kein Kind gegen den Willen seiner Eltern von der Schule abgewiesen werden darf, in die auch die Geschwister- oder Nachbarkinder gehen. Inzwischen gibt es auch etliche Schulen in Deutschland, die so arbeiten.

Konsequente Inklusion von Kindern mit Behinderung ist nicht teurer als das Nebeneinanderbestehen von Sonderschulen und Regelschulen. In den Köpfen der Menschen müssen sich die Vorstellungen verändern: Guter Unterricht bedeutet: Alle Kinder erhalten Lernangebote, die ihren Fähigkeiten und Interessen entsprechen und erleben das Lernen als etwas Positives, wofür sie sich auch nach der Schulzeit noch interessieren.

Alle Kinder sollten während der Pflichtschulzeit gemeinsam lernen dürfen – kein Kind darf beschämt, kein Kind ausgesondert werden. Dieses Recht haben die Schülerinnen und Schüler in Deutschland, die wegen unterschiedlicher Lernprobleme zu »Lernbehinderten« erklärt wurden, deshalb nicht die Schule am Wohnort besuchen dürfen und kaum Chancen auf einen »normalen« Schulabschluss haben. Das Recht auf ein Leben in der Gemeinschaft haben auch die wenigen, schwer behinderten Kinder: Je schwerer ein Kind behindert ist, umso notwendiger braucht dieses Kind und seine Familie die Anregungen und die Unterstützung der Gesellschaft.

Über Prof. Dr. phil. Jutta Schöler

Jutta Schöler lehrte von 1980 bis 2006 als Professorin am Institut für Erziehungswissenschaft der Technischen Universität Berlin. Seit Beginn ihrer Berufstätigkeit beteiligte sie sich an dem Versuch, dass das Schulsystem Kinder nicht wegen unterschiedlicher Leistungen trennt. Das bedeutete Anfang der 60er Jahre Beteiligung an der Einführung eines freiwilligen 10. Schuljahres für Hauptschüler und seit 1964 Beteiligung an der Planung der Gesamtschulen. Die Mutter zweier Töchter begleitete Integrationsprojekte in Österreich und nach der Wende in Brandenburg. Sie publizierte zahlreiche Aufsätze, Zeitschriften- und Buchveröffentlichungen zum Thema »Gemeinsamer Unterricht«. Ihr aktuelles Buch: »Alle sind verschieden. Auf dem Weg zur Inklusion in der Schule« ist 2009 im Beltz-Verlag erschienen.

Quelle: http://diegesellschafter.de/tagebuch/eintrag.php?eid=1419&z1=1262613146&z2=73c2c4c847d6d570637cdbe78e71eab5

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