Persons with disabilities are NOT excluded from ....

"the general education system on the basis of disability, and that children with disabilities are not excluded from free and compulsory primary education, or from secondary education, on the basis of disability"
Article 24 CONVENTION ON THE RIGHTS OF PERSONS WITH DISABILITIES

Antwort auf das Schreiben von Vize-Präsident Kallas vom 20.07.2009


ich habe auf meine Beschwerde vom 13. Juni 2009 heute Ihre Antwort erhalten und mochte zunaechst mitteilen, dass ich keineswegs dafuer Verstaendnis haben kann, dass die Europaeische Schule "trotz Ihrer Bemuehungen um eine inklusive Erziehung, lediglich ein besonderes, ueberstaatliches Bildungsmodell darstellt" und so der Ausschluss bestimmter Behinderungen und bestimmter Kinder berechtigt oder begruendet sei, denn

a) und dies stellt besonders hohe Ansprueche an den Integrationsanspruch der Eltern an die Europaische Schule ist es in den allermeisten Faellen so, dass diese behinderten Kinder nicht am Arbeitsstandort ihrer Eltern in ihrer Heimatsprache beschult werden koennen, ausser in der Europaeischen Schule. Es ergeht diesen (behinderten) Kindern genauso, wie ihren nicht behinderten Altersgenossen. Voraussetzung einer Beschulung ist allerdings, dass die erforderlichen Adaptionen auch zur Verfuegung gestellt werden und nicht finanzielle Gruende vor menschenrechtliche Aspekte gestellt werden, wie dies bei uns der Fall war:

Die fuer Lucas (Fehlerhaft schreiben Sie den Namen: David) erforderliche Adaption applied behaviour analysis (ABA) wurde fuer meinen Sohn aus finanziellen Gruenden von der Europaeischen Schule nicht zur Verfuegung gestellt, obwohl ich von Anbeginn an auf die Erforderlichkeit dieser Adaption hingewiesen hatte und zunaechst mein Arbeitgeber die Bereitschaft erklaert hatte die Kosten zu uebernehmen bis die ES sich bereiterklaeren wuerde die Kosten zu uebernehmen. Zu den Detaills verweise ich auf das beigefuegte Anwaltsschreiben an die Beschwerdekammer.

b) die UN Konvention, Artikel 24, laesst auch keine Ausnahmen zu, die etwa so lauten wuerden, dass behinderte Kinder im Falle der internationalen Beschulung auf "ueberstaatliches Bildungsmodellen" ausgegrenzt und ausgeschlossen werden duerfen. Die UN Konvention gilt fuer die Europaeische Schule genauso wie fur nationale Schulen und sollte gerade im Hinblick auf die in a) genannte Alternativlosigkeit in ganz besonderem Masse respektiert werden. In diesem Zusammenhang stellt die UN Konvention heraus, dass alle aufgrund einer Behinderung erforderlichen Massnahmen zu treffen seien, die geeignet sind dass behinderte Kind in seiner Inklusion zu unterstuetzen.

Da dies in unserem Falle nicht zutrifft (die fuer Autisten erforderliche Adaption ABA wurde nicht zur Verfuegung gestellt) trifft auch die Ihnen mitgeteilte Stellungnahme "die Schule" saehe "sich nicht in der Lage die spezifischen Beduerfnisse ihres Kindes zu erfuellen" explizit auf unseren Fall nicht zu. Es ist vielmehr so, dass die Schule ABA nicht in ihr Programm zur Integration behinderter Kinder aufnehmen wollte und nicht so dass sie dazu "nicht in der Lage" waere, wie sie dies nun behauptet. Ich moechte Ihnen in diesem Zusammenhang nochmals verdeutlichen, dass eine Integration behinderter Kinder an den Europaeischen Schulen nur mit den richtigen Aaptionen gelingen wird, die erforderlich und notwendig zur Ueberbrueckung der Behinderung und zur Inklusion sind.

Ihrem Schreiben von heute, dass bestaetigt, dass in den letzten 3 Jahren von Eltern mit behinderten Kindern, die es "gewagt" haben sich in der Europaeischen Schule einzuschreiben, 9 Kinder wegen ihrer Behinderung aus der Europaeischen Schule ausgeschlossen wurden. Dies sind 9 Kinder zuviel. Diese Zahl waere noch wesentlich hoeher, denn viele Eltern mit behinderten Kindern nehmen gar nicht erst einen Arbeitsplatz bei den Europaeischen Institutionen an, weil die Europaeischen Schulen nicht "in der Lage" seien ihre Kinder zu beschulen. Hierzu verweise ich nochmals auf unseren WDR Bericht unter www.wdr.de/themen/global/webmedia/webtv/getwebtv.phtml?ref=25116 und den Euranet-Bericht euranet.eu/ger/Heute-in-Europa/Heute-in-Europa/German/Gleiches-Recht-fuer-alle, der die Ungleichbehandlung von Mitarbeitern mit behinderten Kindern zu solchen ohne behinderte Kinder beschreibt.

Vor diesem Zusammenhang moechte ich Sie darauf hinweisen, dass ich mein Schreiben vom 13 Juni keinesfalls beantwortet sehe, sondern ganz im Gegenteil, versuchen Sie die fehlende Inklusion behinderter Kinder damit zu rechtfertigen, dass die Europaeische Schule als ueberstaatliches Bildungsmodell nicht "in der Lage" sei bestimmte Lernbehinderungen zu integrieren.

Desweiteren kann ich nicht erkennen, dass die Europaeische Kommission, an dieser Mangelsituation und Mitarbeiter mit behinderten Kindern diskriminierenden Situation etwas aendern will, obwohl hierzu eindeutig - in unserem Falle nachweisbar effektive - Adaptionen zur Verfuegung stehen.

Aus diesem Grunde werde ich das Beschwerdeverfahren gegen Kommissar Kallas entsprechend ausweiten.

Es trifft es auch nicht zu, dass wir eine Alternative verfugbar haben, die alle Voraussetzungen fur eine erfolgreiche Beschulung hier in Bruessel darstellt. Frau H. hat uns eine Alternative benannt, die mehrere hundert Kilometer entfernt liegt oder alternativ eine private Beschulung angeboten. Weder die eine noch die andere Moeglichkeit bietet Lucas ein soziales Umfeld, wie es in der Europaischen Schule gegeben ware, vorausgesetzt die ES haette die notwendige Adaption (ABA) zur Verfuegung gestellt.

Aus den gegeben Gruenden ist es mir leider nicht moeglich die Sache als Erledigt zu betrachten.

Mit besten Gruessen

Wasilios Katsioulis
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