Persons with disabilities are NOT excluded from ....

"the general education system on the basis of disability, and that children with disabilities are not excluded from free and compulsory primary education, or from secondary education, on the basis of disability"
Article 24 CONVENTION ON THE RIGHTS OF PERSONS WITH DISABILITIES

Barrieren für Behinderte in Brüssel


Lucas und seine Mutter vor dem geschlossenen Schultor; Rechte: WDR

Der Fall ist paradox, fast schon skurril und dennoch wahr: Der Deutsch-Grieche Wasilios Katsioulis geht Anfang des Jahres als Angestellter des Europäischen Parlaments nach Brüssel. Der Diplom-Kaufmann ist durch eine Spastik schwer gehbehindert. Sein Auftrag: Die europäische Bürgervertretung soll behindertenfreundlicher werden. Dabei geht es um den Abbau von physischen Barrieren, aber auch um vieles andere, das Behinderten das Leben schwer machen kann.

Gerade dieser Mann stolpert jetzt über ein Hindernis, das er so nicht vorhergesehen hat: die Europäische Schule in Brüssel. Die Schulen werden von den Mitgliedsstaaten der EU getragen. Das Ziel: Die Mitarbeiter der europäischen Institutionen sollen eine Möglichkeit haben, ihr Kind in ihrer Muttersprache unterrichten zu lassen.

Keinen Unterricht für Autisten

Auch der Parlamentsangestellte Wasilios Katsioulis hat seine Kinder dort angemeldet. Sohn Lucas ist Autist und braucht besondere Betreuung. Die Europäische Schule nahm den Jungen dennoch unter Vorbehalt auf. In einer viermonatigen Probephase wollte man testen, ob Lucas in den Unterricht integrierbar ist. Inzwischen hat die Schule ihr Urteil gefällt. Die Lernbehinderung sei „derart schwerwiegend", dass die Schule eine spezifische Betreuung nicht gewährleisten könne. Sie empfahl den Eltern, eine Alternative zu suchen: „Die Schulen sind keine Therapieanstalt", argumentiert Harald Feix, stellvertretender Generalsekretär der Europäischen Schulen.

Und hier beginnt das Problem: Eine wirkliche Alternative gibt es nicht. In Brüssel existiert keine europäische Sonderschule. Eine französisch- oder niederländischsprachige Sonderschule wäre für den lernbehinderten Sohn keine Lösung. Ein Problem, mit dem Familie Katsioulis in Brüssel nicht alleine dasteht.

Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Im Europäischen Parlament hat sich sogar eine Gruppe betroffener Eltern gegründet. Sie kämpfen gegen die Diskriminierung von Arbeitnehmern mit behinderten Kindern und für eine bessere Integration im Schulsystem. Vor allem hier in Brüssel – so ihre Argumentation – müsse die von der EU forcierte Anti-Diskriminierungspolitik auch in der Praxis funktionieren.

Bisher gibt es immer noch die Grenzfälle, die durchs Raster fallen. Für Lucas und seine Familie gibt es allerdings einen Hoffnungsschimmer: Die Europäische Union hat sich zur UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen bekannt. Erklärtes Ziel: Behinderte haben Anspruch auf Unterricht in Regelschulen, sie dürfen nicht vom allgemeinen Schulsystem ausgeschlossen werden. Damit diese Vision wahr wird, werden allerdings nicht nur die Europäischen Schulen in Brüssel in Zukunft noch viel tun müssen.

http://www.wdr.de/tv/bab/sendungsbeitraege/2009/0617/barriere.jsp

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